Kontakte suchen, sich austauschen und Erlebnisse so zu verarbeiten kann in Notsituationen gut tun. Hinzu kommen tägliche Routinen aufrechterhalten und einen Tagesplan machen. Dabei ist es sinnvoll sich auch im Freien aufzuhalten, normale "Wege zu gehen", die Natur zu sehen oder einfach in Bewegung zu kommen, Sport machen und sich ablenken. Ebenso wichtig ist es aber auch sich zurückziehen zu können, Ruhe zu nehmen und Pausen zu machen von einem stressigen oder belastenden Alltag. Nutzen Sie Entspannungstechniken, Yoga oder Musik hören. Ruhen Sie sich aus, schlafen Sie ausreichend, trinken Sie genug und essen Sie regelmäßig. Bringen Sie Ängste, Sorgen und schlechte Nachrichten auf Abstand. Konsumieren Sie so viele Nachrichten wie nötig, um "auf dem Laufenden" zu bleiben. Es kann helfen, Meidenzeiten einzuführen.
Gegenseitige Unterstützung hilft
Gegenseitiges Verständnis und die Unterstützung innerhalb der Familie und im Freundeskreis helfen dabei, mit herausfordernden Situationen zurechtzukommen: anderen Betroffenen, aber auch Ihnen selbst. Tauschen Sie sich mit anderen aus:
- Das trägt dazu bei, einen Überblick über die Situation zu bekommen und sie realistisch einzuschätzen
- Das Gefühl, mit seinen Ängsten nicht alleine zu sein, kann in einer schwierigen Situation bereits helfen.
- Schauen Sie nicht nur auf den entstandenen Schaden, sondern planen und besprechen Sie gemeinsam die nächsten Schritte.
Gegenseitige Hilfe und Unterstützung geben Ihnen in einer Krise das Gefühl, etwas Sinnvolles zu tun. Dadurch fühlen Sie sich weniger hilflos und ohnmächtig.
Mit Kindern über krisen sprechen
Über Medien, Schule oder Gespräche von Erwachsenen können Kinder Nachrichten mitbekommen, die sie verunsichern und verängstigen – zum Beispiel über
Notlagen, Kriege oder Katastrophen. Es ist wichtig, die Sorgen der Kinder ernst zu nehmen und sie mit ihren Ängsten nicht alleine zu lassen. Über Medien, Schule oder Gespräche von Erwachsenen können Kinder Nachrichten mitbekommen, die sie verunsichern und verängstigen – zum Beispiel über Notlagen, Kriege oder Katastrophen. Es ist wichtig, die Sorgen der Kinder ernst zu nehmen und sie mit ihren Ängsten nicht alleine zu lassen.
Jedes Kind ist anders
Kinder zeigen Belastungen auf unterschiedliche Weise und anders als Erwachsene. Manche Kinder haben Konzentrationsschwierigkeiten oder Alpträume. Manche Kinder zeigen zunächst – vielleicht entgegen der Erwartungen – keine auffälligen Reaktionen. Andere Kinder wirken ängstlich oder gereizt. Wie auch immer Ihr Kind reagiert, zeigen Sie Verständnis.
Bieten Sie Ihrem Kind an, etwas gemeinsam zu machen. Manche Kinder können ihre Gedanken, Gefühle und Wünsche gut über Malen oder Schreiben ausdrücken. Kleinere Kinder gestalten ihre Empfindungen im Spiel.
So können Sie Halt geben
Oft stellen Kinder von ganz alleine Fragen, wenn sie etwas beschäftigt: Hören Sie gut zu, wenn Ihr Kind Fragen hat und über aktuelle Ereignisse sprechen möchte.
Beantworten Sie Fragen offen und ehrlich. Versuchen Sie dabei so sachlich, einfach und klar wie möglich zu sprechen. Sie können auch gemeinsam altersgerechte Nachrichtenformate sehen. Drängen Sie Ihrem Kind aber keine Gespräche über Krisen auf, wenn es nicht darüber sprechen möchte.
Wenn Sie selbst ein Ereignis belastet, sollte Ihr Kind Ihr Verhalten verstehen können. Erklären Sie, warum Sie besorgt oder traurig sind. Das zeigt, dass es ganz normal und verständlich ist, dass Krisen unsicher machen.
Vermitteln Sie positive Botschaften, zum Beispiel „Wir passen auf Dich auf.”, „Wir sind für Dich da.”, „Wir sind gut vorbereitet.”. Kinder sollten spüren, dass sie sicher sind und von ihren Eltern und ihrem Umfeld aufgefangen werden.
Rat und hilfe
Die meisten Reaktionen auf Krisen sind normal. Wenn Sie sich jedoch große Sorgen um Ihr Kind machen, scheuen Sie sich nicht, Rat zu suchen. Ihre Kinderärztin, Beratungsstellen oder Kinder und Jugendlichenpsychotherapeuten können unterstützen.
Kostenfreie Beratung für Eltern, Jugendliche und Kinder bietet zum Beispiel die „Nummer gegen Kummer“.