5. Unwetter

    Hier geht es um das richtige Handeln bei Unwetter. Orkane, heftige Gewitter, Schneechaos, Hagel, Starkregen aber auch zunehmend Tornados und Windhosen gehören in unseren Breiten zum Jahreslauf. Erst im Juni 2023 in Kassel oder auch in 2024, 2025 und 2026 im nördlichen Landkreis haben plötzlich auftretende Unwetter für Verwüstung gesorgt. Durch den Klimawandel werden sich diese Ereignisse weiter häufen und frühere Jahrhundert-Unwetterereignisse treten jährlich, aber nur sehr lokal auf.


    Richtiges Verhalten bei Unwetter

    Sollte sich ein Gewitter, Sturmtief oder eine Schneewand ankündigen, sollte man neben der persönlichen Notfallvorsorge (Notgepäck, Papiere und Fotos der Einrichtung für Versicherungsschäden) auch für das jeweilige Ereignis vorbereiten sein und Präventionsmaßnahmen betreiben. Lose Äste, umstürzende Bäume, herabfallende Dachziegeln und andere lose Gegenstände – bei einem Unwetter sollte man sich nicht im Freien aufhalten. Vermeiden Sie insbesondere Wälder, Uferbereiche, abschüssiges Gelände oder auch Freiluftveranstaltungen (Konzerte, Festivals, Märkte und Messen etc.).

    Bei einem schweren Sturm sind Sie im Freien vielen Gefahren ausgesetzt. Versuchen Sie daher Ihr Zuhause nur in Notfällen zu verlassen.

    Wie verhalte ich mich draußen?

    • Vermeiden Sie ungeschützte Orte, da Sie hier von umherfliegenden Gegenständen getroffen werden könnten  
    • Suchen Sie Schutz zu Hause oder in einem nahegelegenen Gebäude und meiden Sie bei starken Stürmen Hallen mit großen Deckenspannweiten 
    • Suchen Sie bei Gewitter Schutz in einem Gebäude. Wenn kein schützendes Gebäude in Sicht ist, gehen Sie mit eng zusammen stehenden Füßen, möglichst in einer Mulde, auf den Fußballen (also dem forderen Teil) in die Hocke
    • Bei Hagel schützen Sie unbedingt Ihren Kopf und Nacken mit Armen und Händen, suchen Sie sich schnellstmögliche einen Unterstand 
    • Vertrauen Sie nicht auf den Schutz von Regenschirmen (zu dünner Stoff)
    • Meiden Sie bei Gewitter offenes Gelände, Berggipfel, Bäume, Türme, Masten, Antennen und lehnen Sie sich nicht an Zäune
    • Halten Sie bei Gewitter zu Überlandleitungen einen Mindestabstand von 50 Metern ein
    • Vermeiden Sie bei Gewitter die Berührung von Gegenstände mit Metallteilen wie Regenschirme und Fahrräder
    Tipp: Falls Sie sich gerade während einem Gewitter im Auto aufhalten sind Sie sicher. Bleiben Sie also im Fahrzeug, aber berühren Sie keine blanken Metallteile. Achten Sie dennoch auf herabfallende Dinge, die die Scheiben schädigen und mögliches Hochwasser, das Sie einsperren könnte.

    Wie verhalte ich mich drinnen?

    • Schließen Sie bei Hagel und Wirbelstürmen die Fenster, Roll- oder Fensterläden und halten Sie sich von ungeschützten Öffnungen fern (Gefährdung durch umherfliegende Gegenstände und Splitterwirkung)
    • Wenn noch ausreichend Zeit ist, sichern Sie draußen bewegliche Gegenstände wie Gartenmöbel oder Fahrräder
    • Suchen Sie einen innen liegenden Raum im Erdgeschoß auf. Meiden Sie jedoch Kellerräume, da diese sehr schnell von Wasser geflutet und zu lebensbedrohlichen Fallen werden können
    • Meiden Sie Räume mit großer Deckenspannweite wie zum Beispiel Hallen
    • Nehmen Sie empfindliche Geräte vom Netz oder verwenden Sie einen Überspannungsschutz. Entsprechende Geräte gibt es im Handel
    • Meiden Sie zudem Räume, die von umstürzenden Bäumen geschädigt werden können oder unmittelbar unter dem Dachstuhl liegen
    • Schalten Sie Radio und Fernseher ein, um weitere Informationen zu erhalten
    Schutz für Tiere: Denken Sie auch an Ihre Haus- oder Nutztiere. Tiere werden durch Unwetter stark verängstigt. Versuchen Sie, Ihre Tiere zu beruhigen und achten Sie darauf, dass sie geschütze Bereiche wie Wohnung oder Stall nicht verlassen können.

    Grundlegende Vorsorge

      Unwetter, insbesondere schwere Stürme, werden in der Regel einige Tage vorher angekündigt. Informieren Sie sich daher über bestehende Warnmeldungen, damit Sie sich vorbereiten können.

      Das können Sie tun, um besser auf ein starkes Unwetter vorbereitet zu sein:

      • Ergreifen Sie bauliche Maßnahmen, die die Sicherheit Ihres Wohngebäudes bei einem Unwetter erhöhen, oder regen Sie diese bei Ihrer Hausverwaltung, Ihrer Vermieterin oder Ihrem Vermieter an
      • Bauen Sie sich Stück für Stück einen Vorrat an Lebensmitteln und Getränken auf. Ein solcher Vorrat ist auch bei einem Unwetter nützlich: Ihr Zuhause sollten Sie bei einer Unwetterwarnung möglichst nicht verlassen, auch nicht für Einkäufe
      • Legen Sie eine Hausapotheke an. So können Sie unnötige Wege zur Apotheke bei Sturmwarnungen vermeiden
      • Bereiten Sie sich auf einen Stromausfall vor. Bei schweren Stürmen kann es passieren, dass umstürzende Bäume Stromleitungen beschädigen. Sorgen Sie vor, indem Sie beispielsweise ein batteriebetriebenes Radio, Taschenlampen und Kerzen vorhalten
      • Bereiten Sie Ihr Notgepäck und Ihre Dokumentenmappe vor. Bei einem Sturm können auch Gebäude stark beschädigt werden, sodass sie einsturzgefährdet sind. Oder das Unwetter wird von starken Regenfällen begleitet, die zu Überschwemmungen führen. Dann kann es sein, dass Sie Ihr Zuhause schnell verlassen müssen. Mit Notgepäck und Dokumentenmappe haben Sie alles Wichtige sofort griffbereit
      • Dokumentieren Sie Ihr Eigentum durch Fotos. Das kann hilfreich sein, wenn es bei Unwetter zu Schäden kommt und Sie Ihre Versicherung in Anspruch nehmen möchten. Die Fotos können Sie beispielsweise auf einem Datenträger digital sichern und in Ihr Notgepäck packen oder analog Ihrer Dokumentenmappe beilegen

      Nachsorge, wenn das Gewitter vorüber ist

        Wenn das Unwetter vorüber ist, sollten Sie einige Punkte beachten, um sich und andere nicht zu gefährden.

        • Ist jemand verletzt, leisten Sie Erste Hilfe und rufen Sie gegebenenfalls den Rettungsdienst 112
        • Wenn Ihr Wohngebäude stark beschädigt ist, bleiben Sie draußen und betreten Sie es erst wieder, wenn es von Fachleuten freigegeben wurde
        • Wenn das Dach stark beschädigt ist, bleiben Sie vom Haus ausreichend weit entfernt. Rufen Sie die Feuerwehr 112 an
        • Achtung! Wenn durch Überflutung, zum Beispiel im Keller, Heizöl oder andere gefährliche Substanzen freigesetzt worden sind, rufen Sie die Feuerwehr 112 an
        • Vorsicht beim Betreten überfluteter Keller, es besteht die Gefahr eines Stromschlags, wenn der Hausanschlusskasten im Keller untergebracht ist
        • Nehmen Sie elektrische Geräte nur in Betrieb, wenn sie nicht feucht geworden sind
        • Vor dem Aufräumen sollten Sie genau kontrollieren und dokumentieren, was zum Beispiel durch Wassereinbruch oder Glasbruch beschädigt oder zerstört worden ist
        Vorsicht im Wald: Auch nach einem Sturm besteht dort die Gefahr, von herabstürzenden losen Ästen oder umgeknickten Bäume verletzt zu werden. Befolgen Sie die Anweisungen von Behörden oder der Einsatzkräfte.

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