Schiffe auf der Fulda

    Fulda, Schifffahrt, Fähre und Niestemündungen

    Die Fulda ist im Bereich der Gemarkung Sandershausen, in der sie aus dem Kasseler Becken in ein schmales Tal fließt, das von steilen bewaldeten Bergen begrenzt wird, eine der herausragenden Naturschönheiten Nordhessens. Im Bereich des Motoryachthafens „Marina Niestetal“, der im Sommer ein idyllisches Bild darstellt, befand sich bis etwa 1980 eine Staustufe mit einem Wehr und einer Schleuse, die nach dem Bau der Staustufe in Wahnhausen abgerissen wurde.

    Die Schifffahrt auf der Fulda

    Neben vielen Motoryachten und anderen kleinen Booten, die im Sommer das bunte Treiben auf der Fulda bestimmen, wird mit größeren Schiffen auch gewerbliche Personenschifffahrt betrieben, so dass viele Menschen mit dem Schiff ins schöne Fuldatal zwischen Kassel und Hann. Münden fahren können.

    Bild Dampfer und Hafen Fulda

    Die „Deutschland“ passiert im Jahr 2008 die „Marina Niestetal“, im Sommer Anlegestelle für viele schnittige Motoryachten, am Sandershäuser Ufer der Fulda.

    Fotograf: Volkmar Nockert




    Im August 1895 wurde die Fuldaschifffahrt eröffnet. Der erste Personendampfer, der zwischen Kassel und der „Grauen Katze“ verkehrte, war der Seitenraddampfer „Lydia“ des Kapitäns Dehne, der zu Hameln auf der Erbstein‘schen Werft erbaut und später nach Ostpreußen verkauft wurde. Etwa gleichzeitig fuhr das Motorboot „Marie“ („Lottemanns Mariechen“), das aber schon im Winter 1895/96 bei einer leichtsinnig unternommenen Hochwasserfahrt auf das alte Fuldawehr beim Finkenherd auflief und zerbrach. Zwei Personen fanden den Tod. Der als Vierschraubenschlepper gebaute Dampfer „Gustav“ wurde für die untere Fulda umgebaut; auf einem seither nie wieder benutzten Helgen entstand der Hinterraddampfer „Elsa“. Das Bild des Dampfers „Elsa“ auf der Fulda und Fahrten mit diesem Dampfer sind für die älteren Sandershäuser unvergessliche Erinnerungen. Langjähriger Kapitän war  Ernst Ziege, der fast fünf Jahrzehnte das Ruder in der Hand hatte. Bis zum „Roten Kater“ oder nach Spiekershausen zum Fuldagarten gingen die Touren mit dem nostalgischen Boot. Bis 1971 war die „Elsa“ auf der Fulda unterwegs, dann wurde sie verschrottet. Wegen der gesperrten Schleuse Kassel finden ab 2017 Flussfahrten in Kassel nur oberhalb der Schleuse statt. Es bleibt zu hoffen, dass die Schleuse bald repariert wird und wieder Schiffe ins schöne Fuldatal bis Wahnhausen oder Hann. Münden fahren.  Der Dampfer „Cassel“ aus Hannoversch Münden und das Schiff „Nienburg“ der „Bremer Schleppschiffahrt AG“, das den Kahn „Bremen 18“ in der Trosse hatte, waren die ersten Frachtschiffe, die an Sandershausen vorbei den Kasseler Hafen anliefen. Im 2. Weltkrieg und bis etwa 1960 herrschte auf der Fulda ein reger Frachtverkehr. Die Schlepper „Biene“ und „Hameln“ zogen oft bis zu drei „Bremer Böcke“.

    Bild Dampfer Elsa

    Volle Fahrt voraus!

    Der Dampfer „Elsa“ im schönen Fuldatal bei Sandershausen auf seiner Fahrt von Kassel zum Gasthaus „Graue Katze“ im Jahr 1966.

    Fotograf: unbekannt

    Fotoeigentümerin: Frau Brunhilde Thaller †, Niestetal


    Die Fähre Wolfsanger

    Die „Fähre Wolfsanger“ beförderte bis etwa 1969 Fahrgäste über die Fulda von Sandershausen nach Wolfsanger an die Straßenbahn-Endhaltestelle, die es schon 1897 gab, und zurück. Hier betrieb die „Pferdebahn Cassel-Wolfsanger G.m.b.H.“  eine Straßenbahn, die von Pferden gezogen wurde.  In 1909 wurde diese Strecke elektrifiziert und ging in die „Große Casseler Straßenbahn Actiengesellschaft“ über. Der Beginn des Fährbetriebs ist unbekannt. Aber schon im Jahr 1930 brachte der Fährmann Frieder Koch aus Wolfsanger  Fahrgäste über die Fulda. Der letzte Fährmann war Herr Georg Petzsche, der direkt bei der Fähre am Fuldaufer in Wolfsanger wohnte. 30 Pfennig kostete die Überfahrt in den fünfziger Jahren. In den letzten Jahren lief die Fähre an einem Drahtseil. Dieses musste immer besonders tief im Wasser liegen, weil es noch viel Schiffsverkehr auf der Fulda gab. Davor stakte der Fährmann das Boot durch die Fulda. Die Fähre wurde aus vielen Gründen genutzt, z. B. auf dem Arbeitsweg, Besuch von Verwandten oder Festen und bei Ausflügen. Da die Fähre nur bis 20 Uhr in Betrieb war, nahmen die Nachtschwärmer diese nachts mit nach Sandershausen. Am nächsten Morgen stand dann der Fährmann in Wolfsanger, wo er ja wohnte, und seine Fähre lag in Sandershausen. Mit einem kleinen Beiboot musste er dann die Fähre wieder heimholen. An der Sandershäuser Anlegestelle hing eine Bratpfanne. Auf die mussten die Fahrgäste schlagen, damit der Fährmann rüber kam.

     Eine Herrenpartie der Sandershäuser Schützen in den 1950er Jahren.

    Die Fähre mit der Wandergruppe legt gerade am Ufer der Fulda in Kassel-Wolfsanger an. Links steht der Fährmann, Herr Georg Petzsche.

    Fotograf: unbekannt

    Fotoeigentümer: Herr Reinhard Bourdon, Niestetal

    Niestemündungen

    Neben der heutigen Niestemündung gibt es noch die ursprüngliche Mündung, die keine Verbindung mehr zur Nieste hat. Sie ist heute ein Biotop in den Wiesen am Rand der Fulda.



    Quellen:

    • http://regiowiki.hna.de/Dampfer_„Elsa“
    • http://www.spiekershausen.de/Spiekershausen/Historisch/Fulda_2/fulda_2.html
    • Museumsverein Fuldaschifffahrt e.V. Kassel

    Titelbild:
    Ein Schlepper und Frachtschiffe auf der Fulda im Jahr 1955. Auf ihrer Fahrt von Hann. Münden nach Kassel haben sie ihr Ziel bald erreicht. Im Hintergrund ist Kassel-Wolfsanger zu sehen.
    Fotograf: Herr Walter Zugwurst †, Niestetal
    Fotoeigentümer: Familie Zugwurst, Niestetal

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