Luftaufnahme von Heiligenrode aus den 70er Jahren, Blickrichtung Südosten

    Heiligenröder Dorfgeschichten

    Historisches über den Ortsteil Heiligenrode

    Der Ortsteil Heiligenrode entstand als Hufendorf mit der Kirche als baulichem Mittelpunkt. In dem Jahrhundert seiner Gründung und dem Jahre 1123 ließ das Kloster Kaufungen in den Randgebieten des Fuldabeckens und seiner Nebentäler Rodungen durchführen und Rodedörfer anlegen. Zu diesen Rodedörfern gehörte auch Heiligenrode.

    Die erste urkundliche Nennung des Dorfes "Helingenroth" erfolgt in einer Urkunde des Klosters Kaufungen von 8. Mai 1123. In diesem Schriftstück wird ein Streit zwischen Kaiser und Papst beigelegt, d. h. das Kloster Kaufungen wird wieder in seine Rechte in Bezug auf die Zinsabgaben der Dörfer Heiligenrode und Umbach eingesetzt, die diese zu Gunsten des Kaisers entbehren mussten.

    Da in der Urkunde des Jahres 1123 sowohl Heiligenrode als auch Umbach genannt werden, lässt sich vermuten, dass beide Siedlungen etwa zur gleichen Zeit entstanden und ziemlich nahe beieinander lagen.

    Im Jahre 1126 verfügt der Erzbischof Adelbert von Mainz in einer Urkunde, dass von den Dörfern "Helegenrod" und "Umbach" die zehnte Garbe von neu zu bebauenden Äckern nicht an das Erzbistum Mainz, sondern an das Kloster Kaufungen zu geben ist.

    Einkünfte aus Mühlen an der Nieste wurden dem Ahnaberger Kloster 1366 überschrieben, was zu der Schlussfolgerung führt, dass in Heiligenrode bereits zwei Mühlen vorhanden sind, die als obere und untere Mühle bezeichnet werden.

    1372 hat der Landgraf Heinrich Einkünfte aus dem Dorf Heiligenrode, die er zu einem Viertel der Martinskirche verschreibt. Schon eine Urkunde vom 20. Mai 1366 erwähnt Pfründe aus Gütern in Heiligenrode und Umbach, die dem Martinsstift zu Kassel zufließen. Zu dieser Zeit war der Bischof von Halberstadt in der Stadt Kassel anwesend, um die Martinskirche - bis dahin eine Pfarrkirche - zu einer Kollegiatskirche, einer Stiftskirche, zu erheben. So wurde die neue Kirche "auf der Freiheit" dem geistlichen Martinsstift angegliedert.

    Im Juli des Jahres 1385 wurden Heiligenrode und Umbach von der Fehde zwischen dem Erzbistum Mainz und dem hessischen Landgrafen in Kassel in Mitleidenschaft gezogen. Plünderungen und Brandschatzungen der Mainzer Verbündeten machten Heiligenrode fast und Umbach ganz dem Erdboden gleich. Das Dorf Heiligenrode erholte sich von den Folgen dieses Feldzuges, wogegen die wenigen Einwohner des benachbarten Umbach ihre Höfe nicht wieder aufbauten, so dass die Stelle wüst blieb.

    Heute erinnern noch die Flurnamen "Umbach" und "Im wüsten Hof" an das einstmals hier gelegene Dorf gleichen Namens. Im Verlauf des 14. Jahrhunderts wird aus dem Klosterdorf Heiligenrode ein Landgrafendorf, das in der nachfolgenden Zeit die Geschicke das Landgrafentums Hessen teilte und mit dem Land Kurhessen 1866 unter preußische Herrschaft kommt.

    RUNDGANG 1 "DURCHS ALTE DORF"

    Aufgrund des Jubiläums 850 Jahre Sandershausen in der Zeit vom 25. bis 27. August 2017 haben sich der Arbeitskreis Bildarchiv, der Geschichtsverein Niestetal und einige geschichtsinteressierte Mitbürgerinnen und Mitbürger zunächst mit den Sandershäuser Dorfgeschichten beschäftigt.

    Die derzeitigen Planungen sehen vor, im Laufe des Jahres 2022/2023 die Heiigenröder Dorfgeschichten zu ergänzen. Soweit Sie Interesse an der Mitwirkung hieran haben - wir suchen auch hier geschichtsinteressierte Mitbürgerinnen und Mitbürger - setzen Sie sich gern mit der Gemeinde Niestetal in Verbindung.

    Frau Heike Pflüger

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