Vorbehalte zur energetischen Sanierung

    Schimmelbildung durch Sanierung?

    Immer wieder hört man, dass sich nach Sanierungen von Gebäuden aufgrund „nicht atmender Wände“ Schimmelpilze bilden. Tatsächlich können solche Probleme auftreten, wenn bestimmte Grundregeln nicht eingehalten werden.

    Die Ursachen sind neben ungeeigneter Materialauswahl mit schlechter kapillarer Leitfähigkeit oder fehlerhafter Anbringung der Dämmung in erster Linie ungenügend informierte Nutzer.

    Wenn die Außenhülle eines Gebäudes durch die Dämmung dichter ist als vorher, ist richtiges Heizen und Lüften nun ein absolutes Muss um feuchte Luft nach draußen zu transportieren. Früher wurde im Prinzip ungewollt gelüftet, z.B. über undichte Fenster oder Risse im Mauerwerk, was zu hohen Energiekosten führt.


    Algenbildung an gedämmten Fassaden

    (Quelle: http://www.enbausa.de/daemmung-fassade/aktuelles/artikel/biozide-schuetzen-gedaemmte-waende-vor-algen-1988.html, Zugriff 29.11.2012)

    Algen und Pilze finden sich vielfach in unserer Umwelt. Unschön ist es, wenn sie sich an Hausfassaden bilden. Ausgerechnet an wärmegedämmten Gebäuden ist häufiger ein Algenwachstum zu beobachten.


    Warum kann ein Wärmedämmverbundsystem das Algenwachstum begünstigen?

    Eine Wärmedämmung soll unterbinden, dass die Wärme aus dem Gebäude nach außen entweicht. Wenn ein Gebäude mit einem Wärmedämmverbundsystem (WDVS) ausgestattet wurde, ist die Gebäudehülle dichter. So kann es zu einer so genannten thermischen Abkopplung zwischen innerer und äußerer Gebäudehülle kommen: Die Fassadenoberfläche ist kälter als die Umgebung, deshalb bildet sich Kondenswasser. Das wiederum kann zu Algenwachstum führen – denn Feuchtigkeit bietet Algen ideale Voraussetzungen zum Wachsen.

    Auch die Intensität der Sonneneinstrahlung, die klimatischen Bedingungen am jeweiligen Standort, die Ausrichtung des Gebäudes oder konstruktive Mängel können ein Algenwachstum begünstigen. Nicht zuletzt spielen klimatische Veränderungen (Stichwort Klimaerwärmung) eine Rolle.  


    Spezielle Putze schaffen Abhilfe

    Entgegenwirken kann man dem Algenwachstum zum Beispiel durch eine vorbeugende Architektur mit Dachvorsprüngen oder größeren Leibungstiefen.

    Eine andere Möglichkeit ist es, den Putzen und Farben Biozide beizumischen. Gerade letzteres stößt allerdings vermehrt auf Kritik, da die Biozide mit den Jahren ausgewaschen werden und ins Grundwasser gelangen können. Deshalb werden vermehrt Putze mit verkapselten Wirkstoffen eingesetzt, die den Einsatz von Bioziden reduzieren und ein Auswaschen größtenteils verhindern.

    Auch wird an der Entwicklung neuer Putzsysteme gearbeitet, die ohne den Einsatz von Bioziden auskommen und dennoch ein gutes Trocknungsverhalten zeigen. Mineralische Systeme mit einem Dickschichtputz zeigen sich hier als wegweisend. Nachteilig sind die damit verbundenen höheren Kosten.


    Brandschutz

    Das Thema des Brandschutzes nimmt gerade bei nachträglich gedämmten Fassaden einen wichtigen Platz ein. Verschiedene Berichte im Fernsehen und in der Presse haben vielfach zu einer Verunsicherung geführt. Die große Vielzahl an erhältlichen Dämmstoffen verunsichert die Verbraucher noch mehr.

    Fest steht: Brände können nicht ausgeschlossen werden. Wie sich ein Gebäude bei einem Brand verhält, hängt von den Materialien ab, aus denen es besteht und die in den Räumen durch die Einrichtung vorhanden sind. Auch die jeweils verwendeten Putz- und Armierungsschichten spielen eine wichtige Rolle.

    Materialien, die leicht brennen oder schmelzen wie das beliebte – preiswerte – Polystyrol müssen mit umfangreicheren Brandschutzmaßnahmen verarbeitet werden, als zum Beispiel schwer entflammbare – teurere – Mineraldämmstoffe.

    Welche Bau- und Dämmstoffe Sie verwenden möchten, ist eine Frage der eigenen Risikoabschätzung. Wer sicher gehen will, verwendet die etwas teureren aber sichereren mineralischen Dämmstoffe!

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