Sanierungsgebiet "Ortskern Sandershausen" und Stadtumbau in Hessen

    Was ist Stadtsanierung und wozu dient sie

    Die Gemeinde Niestetal steht in den nächsten Jahren großen städtebaulichen Herausforder­ungen gegenüber. Die Nachfrage nach Wohnungen wird sich aufgrund des demografischen Wandels ändern. Marktgängig werden vor allem kleine und möglichst barrierearme Wohnungen mit geringem Energiebedarf sein. Der Gebäudebestand in Niestetal entspricht diesen Anforderungen nur in geringem Umfang. Es besteht ein hoher Sanierungsbedarf an vielen Gebäuden. Andererseits sind die wenigen verblieben Gebäude aus der Vorkriegszeit aber auch Gebäude aus der Nachkriegszeit Zeugen der Entwicklung der Gemeinde, die nicht leichtfertig Neubauten preisgegeben werden sollten.

    Die umfassende Sanierung eines Gebäudes ist jedoch mit solch hohen Kosten verbunden, dass sie in vielen Fällen die finanzielle Leistungsfähigkeit der Eigentümer übersteigt.

    Die Gemeinde Niestetal hat daher durch die Festlegung eines Sanierungsgebiets im Ortskern Sandershausen in Verbindung mit der Aufnahme in das Förderprogramm „Stadtumbau in Hessen“ die Voraussetzungen geschaffen, dass sanierungswillige Gebäudeeigentümer Zuschüsse vom Staat für ihre Gebäudesanierung bekommen und zusätzlich ihre Sanierungskosten in erweitertem Umfang von der Einkommenssteuer absetzen können. Neben der Städtebauförderung stehen Bauherren weitere Zuschüsse der Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW und des Bundesamtes für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle BAFA zur Verfügung .

    Die Stadtsanierung nach Baugesetzbuch (§§ 136 bis 164b, OHNE §§ 152-155) bildet die rechtliche Grundlage für den Einsatz der Städtebaufördermittel aus dem Programm „Stadtumbau in Hessen“.
    Die Gemeinde hat das Sanierungsgebiet als „vereinfachtes Verfahren“ festgelegt. Das bedeutet, dass von Grundstückseigentümern keine Ausgleichsbeträge nach § 154 BauGB erhoben werden sowie keine Prüfung der Kauf- und Verkaufspreise von Grundstücken stattfindet!

    Um Fördermittel zu erhalten, müssen Bauherren jedoch bestimmte Verfahrensregeln und Genehmigungspflichten beachten.
    Wichtig ist daran zu denken, dass es keine Förderung für bereits begonnene Maßnahmen gibt. Sprechen Sie daher rechtzeitig vor Maßnahmenbeginn den Fachbereich Bauen, Umwelt, Liegenschaften der Gemeinde Niestetal an. Hier erfahren sie, wie sie Sanierungsmaßnahmen beantragen können.
    Mieter müssen durch die Sanierung keine nachteiligen Auswirkungen befürchten. Sie sind auf verschiedene Arten vor ungerechtfertigten Mieterhöhungen nach einer Sanierung geschützt.
    Neben der Unterstützung der Gebäudesanierung soll die Stadtsanierung dazu dienen, öffentliche Straßen und Plätze zu erneuern, die Nieste und ihre Randbereiche zu renaturieren, die Siedlungsstruktur vor den absehbaren Folgen des Klimawandels zu schützen sowie die kommunale Infrastruktur zu sanieren und an die Auswirkungen des demografischen Wandels anzupassen.

    Die Abgrenzung des Sanierungsgebiets „Ortskern Sandershausen“ kann nachfolgender Abbildung entnommen werden.

    Die Begründung zur Notwendigkeit des Sanierungsrechts sowie die Auswertung der schriftlichen Eigentümerbefragung zur Sanierungsgebietsausweisung können Sie hier einsehen.


    Ansprechpartner

    Arno Scheer
    Sanierungsmanager der Gemeinde Niestetal
    Tel.: 0561 / 5202-245, e-mail: