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Gemeinde Niestetal

Heiligenröder Str. 70
34266 Niestetal
Tel.: 0561 52 02-0
Fax.: 0561 52 02-60
 
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Die Gemeinde Niestetal

Am 1. August 1972 wurde durch den Zusammenschluß der beiden Gemeinden Heiligenrode und Sandershausen die neue Großgemeinde Niestetal gebildet. Nachdem das gemeinsame Rathaus mit Mehrzweckhalle, Gemeinschaftsräumen, Kegelbahnen sowie den Feuerwehrgebäuden mit Rettungsstationen von ASB und DRK errichtet war, konzentrierte man sich auf das Zusammenwachsen der beiden Ortsteile und erreichte damit, dass die Gemeinde ihrem Slogan „Wohngemeinde mit Freizeitwert“ gerecht werden kann.

 

Ortsteil Heiligenrode

Dorfstraße im Ortsteil Heiligenrode

Der Ortsteil Heiligenrode entstand als Hufendorf mit der Kirche als baulichem Mittelpunkt. In dem Jahrhundert seiner Gründung und dem Jahre 1123 ließ das Kloster Kaufungen in den Randgebieten des Fuldabeckens und seiner Nebentäler Rodungen durchführen und Rodedörfer anlegen. Zu diesen Rodedörfern gehörte auch Heiligenrode.

Die erste urkundliche Nennung des Dorfes "Helingenroth" erfolgt in einer Urkunde des Klosters Kaufungen von 8. Mai 1123. In diesem Schriftstück wird ein Streit zwischen Kaiser und Papst beigelegt, d. h. das Kloster Kaufungen wird wieder in seine Rechte in Bezug auf die Zinsabgaben der Dörfer Heiligenrode und Umbach eingesetzt, die diese zu Gunsten des Kaisers entbehren mussten.

Da in der Urkunde des Jahres 1123 sowohl Heiligenrode als auch Umbach genannt werden, lässt sich vermuten, dass beide Siedlungen etwa zur gleichen Zeit entstanden und ziemlich nahe beieinander lagen.

Im Jahre 1126 verfügt der Erzbischof Adelbert von Mainz in einer Urkunde, dass von den Dörfern "Helegenrod" und "Umbach" die zehnte Garbe von neu zu bebauenden Äckern nicht an das Erzbistum Mainz, sondern an das Kloster Kaufungen zu geben ist.

Einkünfte aus Mühlen an der Nieste wurden dem Ahnaberger Kloster 1366 überschrieben, was zu der Schlussfolgerung führt, dass in Heiligenrode bereits zwei Mühlen vorhanden sind, die als obere und untere Mühle bezeichnet werden.

1372 hat der Landgraf Heinrich Einkünfte aus dem Dorf Heiligenrode, die er zu einem Viertel der Martinskirche verschreibt. Schon eine Urkunde vom 20. Mai 1366 erwähnt Pfründe aus Gütern in Heiligenrode und Umbach, die dem Martinsstift zu Kassel zufließen. Zu dieser Zeit war der Bischof von Halberstadt in der Stadt Kassel anwesend, um die Martinskirche - bis dahin eine Pfarrkirche - zu einer Kollegiatskirche, einer Stiftskirche, zu erheben. So wurde die neue Kirche "auf der Freiheit" dem geistlichen Martinsstift angegliedert.

Im Juli des Jahres 1385 wurden Heiligenrode und Umbach von der Fehde zwischen dem Erzbistum Mainz und dem hessischen Landgrafen in Kassel in Mitleidenschaft gezogen. Plünderungen und Brandschatzungen der Mainzer Verbündeten machten Heiligenrode fast und Umbach ganz dem Erdboden gleich. Das Dorf Heiligenrode erholte sich von den Folgen dieses Feldzuges, wogegen die wenigen Einwohner des benachbarten Umbach ihre Höfe nicht wieder aufbauten, so dass die Stelle wüst blieb.

Heute erinnern noch die Flurnamen "Umbach" und "Im wüsten Hof" an das einstmals hier gelegene Dorf gleichen Namens. Im Verlauf des 14. Jahrhunderts wird aus dem Klosterdorf Heiligenrode ein Landgrafendorf, das in der nachfolgenden Zeit die Geschicke das Landgrafentums Hessen teilte und mit dem Land Kurhessen 1866 unter preußische Herrschaft kommt.

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Ortsteil Sandershausen

In einer Kaufunger Urkunde des Jahres 1167 findet das Dorf Sandershausen als "Sandrateshusen" erstmals namentlich Erwähnung. Der Ortsname könnte auf den ersten Ansiedler "Sandrat" zurückgehen. Am 23. Juli 1758 wurde in einem Gefecht bei Sandershausen das aus etwa 5250 Hessen und Hannoveranern bestehende Korps des Prinzen Ysenburg von der 8500 Mann starken Avantgarde der französischen Mainarmee unter dem Herzog von Broglie geschlagen.

Die Ortsgeschichte von Sandershausen ist in zwei Abschnitten zu betrachten. Im ersten Abschnitt endet die Zeit des alten Dorfes Sandershausen mit der verhängnisvollen Zerstörung im Oktober 1943 durch feindliche Luftangriffe, durch die das historische Antlitz von Sandershausen unwiederbringlich verloren ging. Der zweite Abschnitt des "neuen Sandershausen" beginnt mit dem Wiederaufbau nach 1945. Danach erfolgte ein tiefgreifender und alles umwälzender Wandel, so dass heute nicht mehr vom Dorf im Sinne einer ländlichen Dorfgemeinschaft gesprochen werden kann.

Sandershausen hat sich zu einer Industriewohngemeinde entwickelt. Die soziale und gesellschaftliche Struktur erfuhr eine Wandlung, und somit sind auch die Menschen anders geworden; beeinflußt von dermodernen Zeit, die von Wissenschaft und Technik geprägt wird.

Auch für die landwirtschaftlich orientierte Gemeinde Heiligenrode gab es nach 1945 einen neuen Anfang, der die Gemeindeverwaltung oft vor kaum lösbare Aufgaben stellte und viel Initiative und Entschlusskraft erforderte. So gehört auch das einstmalige Dorf Heiligenrode mit seinem bäuerlichen Gepräge der Vergangenheit an.

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... und heute

Die Gegenwart weist sich ständig erweiternde Wohngebiete mit vielfältigen Sozialstrukturen auf. Im Zuge der Bildung der Großgemeinde Niestetal haben sich die traditionellen Bindungen der Bürger an ihre Heimatdörfer durch andere Lebensgewohnheiten, größere Beweglichkeit und unter dem Einfluß der nahen Großstadt mehr und mehr gelockert. Vereine, Verbände und Körperschaften haben es als ihre Aufgabe angesehen, den heutigen Ortseinwohnern, den Niestetalern, die Möglichkeit zu neuen Begegnungen zu eröffnen und damit eine neue soziale Wirklichkeit zu gestalten. 

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